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Wie der Übergang vom Urlaub zur Arbeit besser gelingt
8 Tipps gegen das Post-Holiday-Syndrom
🕐 LESEZEIT ≈ 6 min.
Liegengebliebene Aufgaben, ungelesene Mails, neue Termine – drei Stichwörter, die die Urlaubsstimmung wie im Nu verfliegen lassen. Warum uns die Rückkehr manchmal so schwerfällt, was es mit dem Post-Holiday-Syndrom auf sich hat und mit welchen einfachen Tipps der Wiedereinstieg entspannter gelingt, erfährst Du hier.
Was steckt hinter dem Post-Holiday-Syndrom?
Das Post-Holiday-Syndrom – auch Post-Vacation-Blues oder „Urlaubsblues“ genannt – bezeichnet ein vorübergehendes Stimmungstief nach dem Urlaub. Betroffene fühlen sich bei der Rückkehr in den Alltag häufig müde, antriebslos oder gereizt. In der Regel verschwinden diese Beschwerden nach wenigen Tagen wieder.¹
Eigentlich soll uns Urlaub helfen, abzuschalten, Stress abzubauen und neue Energie zu tanken. Doch oft stellt sich der Erholungseffekt schon in den ersten Tagen nach der Rückkehr an den Arbeitsplatz ein. Laut einer von Zapier in Auftrag gegebenen Umfrage blicken 87 Prozent der Beschäftigten mit Unbehagen auf ihren ersten Arbeitstag nach dem Urlaub. Was ihnen Sorge bereitet?
- nach dem Urlaub wieder in den Arbeitsalltag und zur Routine zurückfinden
- den Arbeitsrückstand aufholen
- zahlreiche ungelesene E-Mails und Nachrichten vorfinden
Warum fällt die Rückkehr aus dem Urlaub so schwer?
Eben noch Ausschlafen, Ausflüge und einfach mal nichts tun – plötzlich klingelt wieder der Wecker und der Kalender ist voll. Dieser Wechsel kann Körper und Kopf ganz schön fordern. Das Post-Holiday-Syndrom ist zwar keine anerkannte psychische Erkrankung, die damit verbundenen Beschwerden können den Wiedereinstieg aber trotzdem erschweren. Laut DAK Gesundheit gibt es dafür mehrere Gründe:
- Von Hängematte auf Hochbetrieb: Im Urlaub bestimmen Erholung und Abwechslung den Tag. Zurück im Job warten feste Termine, offene Aufgaben und neue Anforderungen. Dieser Wechsel von null auf hundert kann erst einmal Stress auslösen.
- Die innere Uhr ist noch im Urlaubsmodus: Später ins Bett, länger schlafen, Mahlzeiten zu anderen Zeiten – im Urlaub gerät der gewohnte Rhythmus schnell durcheinander. Zurück im Alltag braucht der Körper oft ein paar Tage, um sich wieder an frühes Aufstehen und feste Zeiten zu gewöhnen.
- Der volle Schreibtisch wartet schon: Ungelesene E-Mails, liegen gebliebene Aufgaben und ein gut gefüllter Kalender können die Erholung gefühlt schon am ersten Arbeitstag verpuffen lassen. Wer direkt alles auf einmal erledigen möchte, setzt sich zusätzlich unter Druck.
Die gute Nachricht: Das Stimmungstief nach dem Urlaub ist meist nur von kurzer Dauer. Sobald sich der gewohnte Rhythmus wieder eingependelt hat, kehren in der Regel auch Energie und Motivation zurück.
Back to work: 8 Tipps gegen das Post-Holiday-Syndrom
Der Umstieg von der Hängematte in den Bürostuhl kann ziemlich stressig sein – und die Urlaubsstimmung schnell wieder verpuffen lassen. Doch keine Sorge: Mit diesen Tipps gelingt die Rückkehr in den Arbeitsalltag etwas entspannter.
1. Schreibe eine Notiz vor dem Urlaub
Die Kampfansage an das Post-Holiday-Syndrom beginnt schon vor dem Urlaub, indem Du Dir einen Statusbericht hinterlässt. Notiere alles, woran Du vor Deinem Urlaub gearbeitet hast und welche unerledigten Aufgaben nach Deinem Urlaub auf Dich warten. Das hat gleich zwei Vorteile: Du bekommst in den letzten Arbeitstagen den Kopf frei und kannst später entspannter zurück in den Arbeitsalltag finden.
2. Starte nicht an einem Montag
Plane den Wiedereinstieg mit einem Puffertag – lass den Urlaub also nicht direkt am Abend vor dem ersten Arbeitstag enden. Der vereinfacht den Wiedereinstieg, weil Du noch ein oder zwei Tage Zeit hast, anzukommen und Stress zu reduzieren. Wenn es möglich ist, solltest Du die erste Arbeitswoche langsam starten, blockiere vielleicht sogar den ersten Tag. So hast Du Zeit, um den Rückstand aufzuholen, anstatt gleich mit Terminen oder Anrufen bombardiert zu werden.
3. Erstelle To-Do-Listen mit Prioritäten
Um das Post-Holiday-Syndrom zu umgehen, ist auch ein gutes Selbst- und Zeitmanagement wichtig. Stürze Dich nicht kopfüber in die Arbeit, sondern verschaffe Dir erst einen Überblick. Eine To-do-Liste mit liegengebliebenen und anfallenden Aufgaben, die du nach Prioritäten sortierst, kann Dein Kompass für die ersten zwei Arbeitswochen sein. Ein paar nützliche Tipps für die Liste:
- Starte mit ein oder zwei überschaubaren Aufgaben. Die ersten Haken auf der Liste sorgen direkt für kleine Erfolgserlebnisse.
- Lass Dich von Deinem Team kurz auf den neuesten Stand bringen. So erfährst Du schnell, was während deiner Abwesenheit wichtig war.
- Sortiere E-Mails und Nachrichten nach Priorität: Was muss heute erledigt werden, was kann warten und was hat sich vielleicht schon von selbst gelöst?
- Plane bewusst Pausen ein. Der erste Arbeitstag muss kein Sprint werden.
4. Bring Deine innere Uhr zurück in den Takt
Im Urlaub verschiebt sich der Tagesrhythmus schnell: Man schläft länger, isst später und ist abends länger unterwegs. Nach einer Reise über mehrere Zeitzonen hinweg kommt möglicherweise noch ein Jetlag dazu. Dadurch verändert sich der circadianen Rhythmus - das heißt, unsere innere Uhr tickt anders. Wichtige Vorgänge wie Schlaf-Wach-Zyklus, Körpertemperatur oder Blutdruck können dann aus dem Gleichgewicht geraten und zu Schlafproblemen, Müdigkeit am Tag oder Kopfschmerzen führen. Versuche deshalb, deine Schlafenszeiten schon in den letzten Urlaubstagen langsam an den Alltag anzupassen. Tageslicht am Morgen, regelmäßige Mahlzeiten und etwas Bewegung helfen deinem Körper ebenfalls dabei, wieder in seinen gewohnten Rhythmus zu finden.
It's Teamwork!
Auch Teamleads können den Wiedereinstieg erleichtern: Statt den Kalender am ersten Tag direkt mit Terminen zu füllen, lieber Zeit zum Ankommen, Sortieren und Austauschen lassen. So findet das ganze Team entspannter zurück in den gemeinsamen Rhythmus.
5. Bring etwas Urlaub mit an den Arbeitsplatz
Urlaubsstimmung lässt sich leider nicht im Koffer verstauen – ein paar schöne Erinnerungen aber schon. Ein Foto als Bildschirmhintergrund einstellen, die Urlaubsplaylist auf dem Weg zur Arbeit hören oder eine gemeinsame Mittagspause mit den besten Reisegeschichten verlängern das gute Gefühl.
6. Plane kleine Highlights
Schöne Momente sind nicht nur für den Urlaub reserviert. Plane deshalb etwas für den ersten Arbeitstag oder die erste Arbeitswoche, auf das Du Dich freuen kannst. Ein Feierabendgetränk mit der Lieblingskollegin, ein Kinobesuch mit der Familie oder ein kleines Mikroabenteuer in der Nähe. So fühlt sich das Urlaubsende nicht nur weniger abrupt an, die Vorfreude begleitet auch durch den vielleicht schon wieder stressigen Arbeitsalltag.
7. Gemeinsam zurück in den Teammodus
Zurückkommen fällt leichter, wenn man nicht allein vor einem Berg aus Aufgaben sitzt. Ein Team-Lunch, eine kurze Welcome-back-Runde oder ein Spaziergang in der Mittagspause schaffen Raum für Updates – und für die eine oder andere Urlaubsgeschichte.
Steht ohnehin ein Teamtag, Kick-off oder Firmenevent an, können individuell bedruckte Shirts, Hoodies oder kleine Giveaways den gemeinsamen Neustart sichtbar machen. Einfach Produkt auswählen, Logos oder Grafiken hochladen, Namen oder Texte hinzufügen und für das Team bestellen.
8. Bleib in Bewegung
Im Urlaub warst Du ständig auf den Beinen – jetzt sitzt Du wieder 8 Stunden am Schreibtisch. Auch das kann dafür sorgen, dass sich das Post-Holiday-Syndrom zeigt. Ein kurzer Spaziergang in der Mittagspause, der Arbeitsweg mit dem Fahrrad oder eine Yoga-Session nach Feierabend bringen den Kreislauf in Schwung und sorgen für Abstand zur To-do-Liste. Du musst dafür kein neues Fitnessprogramm starten. Schon eine kleine Runde an der frischen Luft oder 20 Minuten Bewegung am Tag können helfen,wieder etwas mehr Energie zu bekommen.
Was, wenn sich die Entspannung nicht sofort einstellt?
Urlaub gebucht, Laptop zugeklappt, Erholung an? Ganz so einfach funktioniert es leider nicht. Manchmal bleibt die ersehnte Entspannung aus – selbst nach mehreren freien Tagen oder einer längeren Auszeit. Laut dem DAK-Urlaubsreport 2025 fühlten sich 14 Prozent der Befragten nach ihrem Sommerurlaub schlecht erholt. Von ihnen gaben 61 Prozent an, nicht richtig zur Ruhe gekommen zu sein. Bei vielen reiste die Arbeit einfach mit: Gut ein Viertel der Erwerbstätigen mit einem mobilen Arbeitsgerät nutzte dieses im Urlaub für berufliche Aufgaben. Auch die ständige Erreichbarkeit über Handy oder Internet wurde als Belastung empfunden.
Ob ein Urlaub erholsam ist, hängt also nicht nur von seiner Länge ab, sondern auch davon, wie gut es uns gelingt, wirklich Abstand vom Alltag zu gewinnen. Dienstliche Nachrichten, eine stressige Anreise oder der eigene Anspruch, in wenigen Tagen möglichst viel erleben zu müssen, können die Erholung bremsen. Gleichzeitig kann ein Urlaub nicht alles auffangen, was sich über viele Wochen oder Monate angesammelt hat. Deshalb sind auch im Alltag kleine Pausen wichtig: ein Spaziergang in der Mittagspause, ein pünktlicher Feierabend, Zeit mit Familie und Freunden oder einfach ein Abend ohne berufliche Nachrichten.
Bleiben Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit, innere Unruhe oder Schlafprobleme über längere Zeit bestehen, werden sie stärker oder belasten sie den Alltag deutlich, solltest Du sie nicht vorschnell als Urlaubsblues abtun. Dann kann ein Gespräch mit einer Hausarztpraxis oder einer psychotherapeutischen Fachperson sinnvoll sein.² Denn ein guter Wiedereinstieg bedeutet nicht, sofort wieder auf hundert Prozent zu funktionieren. Gib dir Zeit zum Ankommen, setze realistische Prioritäten und bewahre dir kleine Erholungsmomente auch im Alltag. So bleibt der Urlaub vielleicht nicht ewig – seine Wirkung aber ein bisschen länger.
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Quellen:
¹ INQA: Post-Holiday-Syndrom: Sechs Tipps gegen das Stimmungstief nach dem Urlaub, zuletzt aufgerufen am 10.08.2026
² gesund.bund.de: Depression, zuletzt aufgerufen am 10.08.2026
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