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Praktische Tipps zum Sprachen lernen

Wie man in kurzer Zeit eine Fremdsprache lernen kann

Praktische Tipps zum Sprachen lernen

🕐 LESEZEIT ≈ 9 min.

In nur drei Monaten eine neue Sprache lernen: Mit den Tipps von Benny Lewis, der selbst elf Sprachen spricht, soll es gehen. In diesem Artikel teilen wir seine Language-Hacking-Tricks, die beim Einstieg in eine neue Sprachen helfen und geben weitere praktische Tipps fürs Vokabeln lernen.

6 Tipps, wie man jede Sprache in 3 Monaten lernt

Polyglot nennt man Menschen, die nicht nur ein oder zwei, sondern zehn oder zwölf Fremdsprachen beherrschen. Zu ihnen gehört der Ire Benny Lewis, der elf Sprachen spricht – sieben davon fließend. Auf seinem Blog „Fluent in 3 Months“ hilft er mit Sprach-Hacking-Techniken, Fremdsprachen zu lernen. Wir haben die wichtigsten Tipps aus seinem Buch „Fließend in drei Monaten – Wie Sie in kürzester Zeit jede Sprache erlernen“ zusammengefasst¹:

Mache konkrete, realistische Pläne

„Ich bin zu alt", „Ich habe keine Zeit" oder „Ich bin einfach nicht sprachbegabt“: Wenn etwas dem Sprachenlernen im Weg steht, dann Glaubenssätze wie diese. Für Benny Lewis steht fest, dass jeder sogar in kürzester Zeit eine neue Sprache lernen kann - wenn die Motivation stimmt. Wer Spanisch lernt, weil gerade alle mit Duolingo oder Babbel eine Sprache lernen oder weil man jemandem mit seinen Sprachkenntnissen beeindrucken will, sind keine guten Beweggründe. Wer eine Sprache wirklich beherrschen will, braucht einen guten Grund, um dranzubleiben und sollte sich einen konkreten Plan machen. Am besten bricht man das Ziel („Bis nächstes Jahr will ich Spanisch auf A2-Niveau sprechen“ ) noch in kleine Schritte herunter („Ich lerne jeden Tag 20 Minuten Vokabeln“), um motiviert zu bleiben.

Führe Selbstgespräche

Um den Lernprozess voranzutreiben, sollte man von Anfang an sprechen. Wenn Du niemanden hast, mit dem Du Dich in der Fremdsprache unterhalten kannst, sprich mit Dir selbst. Auf diese Weise kannst Du Vokabeln und ihre Aussprache üben, bis sich die Gelegenheit ergibt, mit jemand anderem zu sprechen. Beim Selbstgespräche führen können Dir die folgenden zwei Tipps helfen:

  • Nutze Karteikarten und Spickzettel: Anki, StudySmarter oder Flashcards sind Karteikarten-Apps, die perfekt sind, um Vokabeln zu wiederholen. Während die Apps beim Vokabelnlernen helfen, sind die klassischen handgeschriebenen Spickzettel am besten, wenn Dich im Gespräch mit jemandem Dein Wortschatz im Stich lässt. Schreib schwierige Wörter oder Sätze, die Du häufig brauchst, in ein kleines Notizbuch und hab es mmer bei Dir.
  • Singe Eselsbrücken: Klingt komisch, ist aber effektiv: Such Dir eine Melodie aus, zu der Du schwierige Wörter oder Phrasen singst. Dein selbst geschriebener Song, den Du Dir ein-, zweimal laut vorsingst, funktioniert wie eine musikalische Eselsbrücke, damit Du Dir Redewendungen oder Sätze besser einprägen kannst.
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Finde eine*n Sprachpartner*in

Allein über Vokabeln, Aussprache und Grammatik sitzen kann dazu führen, dass man schnell die Motivation verliert. Hat man eine*n Sprachverbündete*n, mit dem*der man gemeinsam lernt, kann das Sprachenlernen leichter fallen. Ihr könnt euch zum Lernen anspornen und verabreden, gegenseitig Vokabeln abfragen und gemeinsam Erfolge feiern. Am besten findet man eine Person, deren erste Sprache die Fremdsprache ist, die man lernen will. Von Muttersprachler*innen kann man sich nämlich auch viel ihrer Aussprache, Mimik und Gestik abschauen.

So findest Du Sprach- oder Tandempartner*innen:

Am Arbeitsplatz, in der Nachbarschaft, an Sprachschulen und -instituten oder auf Online-Plattformen wie InterNations.org oder Meetup.com: Versuche Muttersprachler*innen zu finden, die Dir helfen, Deine Sprachkenntnisse zu verbessern. Geht essen oder spazieren, sucht ein Gesprächsthema und helft gegenseitig bei Vokabeln und Aussprache.

Beim Couchsurfing hat man die Möglichkeit, Reisenden auf bestimmte Zeit einen Übernachtungsplatz in der eigenen Wohnung anzubieten. Idealerweise kommt jemand für ein paar Tage auf der Couch unter, an dem man seine Sprachskills erproben kann.

Was etwas abschreckend klingen mag, schlägt Lewis vor, um im Alltag mit Muttersprachler*innen ins Gespräch zu kommen. Sprich auf der Straße, an Sehenswürdigkeiten oder im Supermarkt Menschen in ihrer Sprache an und frag, ob Du Ihnen helfen kannst.

Lerne erst den Wortschatz, dann die Grammatik

Mit mindestens 23 Fällen führt Ungarisch die Liste der schwierigen Gramma­tiken der Sprachen dieser Welt an. Die Grammatik einer Sprache zu lernen ist unumgänglich, um sie wirklich verstehen und sprechen zu können. Allerdings bringt Satzglieder bestimmen, Fälle und Zeitformen lernen nichts, wenn man nicht den ausreichenden Wortschatz hat. Anders gesagt: Grammatik ist absolut nutzlos ohne Vokabeln und wer sich mehr mit Rechtschreibung, Satzbau oder Wortbildung beschäftigt als mit dem eigentlichen Sprechen der Sprache ist schneller frustriert und gibt eher auf. Mit der Grammatik sollte man sich erst beschäftigen, wenn man ein gewisses Konversationslevel erreicht hat – nach CEFR-Standard etwa A2 oder B1.

Tauche in die Sprachkultur ein

Zu den größten Stolpersteinen beim Sprechen einer anderen Sprache gehört es, immer wieder in die eigene Muttersprache zurückzufallen. Gerade im Ausland passiert es oft, dass man auf Deutsch angesprochen wird und so erst gar nicht dazu kommt, die neuen Sprachkenntnisse auszutesten. Ob im Urlaub oder zu Hause, ein hilfreicher Tipp ist es, in die neue Sprachkultur einzutauchen:

„Ich habe keine Zeit" ist ein typsicher Glaubensatz, mit dem man sich beim Sprachenlernen selbst Steine in den Weg legt. Tatsächlich braucht es einiges an Zeit, eine neue Sprache zu lernen, wenn es aber darum geht, Vokabeln und ihre Aussprache zu üben, geht es eher darum, jede Möglichkeit zu nutzen, in der Fremdsprache zu denken, zu sprechen und zu schreiben. Lies die New York Times, versuche das nächste Abendessen auf Italienisch zu bestellen, höre einen schwedischen Radiosender oder sieh eine spanische Telenovela an. Sich mit der neuen Sprache zu umgeben, ist wohl einer der besten Tipps zum Sprachenlernen.

Ist man im Ausland unterwegs, wird man außerdem oft auf Deutsch angesprochen und kommt gar nicht erst dazu, Englisch, Französisch & Co. zu sprechen. Um dies zu umschiffen, empfiehlt Benny Lewis nicht wie ein typischer Tourist seines Heimatlandes auszusehen. Wer sich kleidet, bewegt und agiert wie die Leute vor Ort, hat gute Chancen, erst mal als Einheimischer durchzugehen -– und nicht auf Deutsch oder Englisch angesprochen zu werden. Auf diese Weise kommt man eher dazu, in der Fremdsprache zu sprechen, verschiedene Aussprachen verstehen zu lernen und den Akzent zu verbessern.

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Üben, üben, üben

Sprachen lernen muss nicht teuer sein, denn es gibt diverse kostenlose oder -günstige Angebote wie Online-Sprachkurse, Seminare an der Volkshochschule oder Sprachkreise. Wir haben noch drei weitere Vorschläge:

  • Sprachlern-Apps: Apps wie Duolingo und Babbel helfen, eine neue Sprache zu lernen. In kurzen Lektionen kann man den Wortschatz erweitern, Vokabeln wiederholen und die Aussprache verbessern. Durch die spielerischen Funktionen macht das Lernen mit Sprachlern-Apps Spaß und man bleibt motivierter als beim Lehrbücher, Karteikarten und Vokabelhefte wälzen.
  • Reiseführer: Eine wunderbare Ergänzung zum Sprachkurs sind Reiseführer von Lonely Planet oder Berlitz. Ganz nebenbei vermitteln sie Wörter, Redewendungen und grammatikalische Übersichten, die für den Einstieg in die neue Sprache sehr hilfreich sind.
  • Serien und Filme im Originalton: Wer schon etwas weiter ist, kann auch Filme im Originalton sehen, die sowohl im Kino als auch auf Streaming-Plattformen wie Amazon Prime, Netflix & Co. oft mit deutschen Untertiteln verfügbar sind.

Ins kalte Wasser springen

Last but not least folgt einer der wichtigsten Sprachlerntipps: Lass Dich nicht davon abschrecken, dass Dir zu Beginn immer mal Wörter fehlen. Alle Sprachen enthalten im Durchschnitt eine halbe Million Wörter – das braucht seine Zeit. Außerdem wird niemand erwarten, dass Du die Sprache sofort fließend sprechen kannst. Spring ins kalte Wasser, akzeptiere Dein aktuelles Sprachniveau und nutze jede Gelegenheit, die Sprache zu sprechen. Je öfter Du sprichst, desto selbstbewusster wirst Du und desto größer werden Deine Fortschritte sein. Da, wo Dir Vokabeln fehlen, kannst Du Deine Körpersprache nutzen. Dabei übernimmst Du in der Kultur wichtige Mimik und Gestik, die helfen, auf die fehlenden Wörter zu kommen.

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Vokabeln lernen: Language-Hacking-Tricks, die beim Sprachen lernen helfen

Nach den praktischen Tipps empfiehlt Benny Lewis auch Strategien – oder wie er sie nennt Language-Hacking-Tricks –, mit denen es leichter fällt, Vokabeln zu lernen.

  • Keyword-Methode: Bei dieser Methode geht es darum, Vokabeln mit einem Bild zu verbinden. Ein Beispiel: Da "gar" (frz. Bahnhof) an "Garfield" erinnert, könnte man sich vorstellen wie eine übergewichtige, rote Katze hektisch auf einem Bahnhof herumrennt, um den Zug zu schaffen.
  • Räumliche Wiederholung: Eine weitere Methode, die Lewis vorschlägt, ist eine vereinfachte Version des Karteikartensystems, bei dem ein Wort auf einer, die Übersetzung auf der anderen Seite steht. Wenn Du Deinen Wortschatz testest, wandern die Karten mit den Vokabeln, an die Du Dich erinnerst, ans untere Ende des Stapels. Umgekehrt verschiebst Du Wörter, die Du Dir nicht merken kannst, nach oben. So beginnst Du Dein Wortschatztraining jeden Tag mit dem schwierigsten Wort – das irgendwann auch mal nach unten wandert.

Eine weitere Sprachlernstrategie ist die • Birkenbiehl-Methode, die die deutsche Management-Trainerin Vera F. Birkenbihl bereits in den 1980er-Jahren entwickelte. Birkenbiehl ging davon aus, dass man Sprachen am besten wie ein Kind – nämlich vor allem über das Hören der Gespräche von Muttersprachler*innen (wie den Eltern). Ihre Methode funktioniert in vier Schritten²:

  1. Die Bedeutung des Wortes verstehen: Dekodiere einen Text in der Fremdsprache, das heißt übersetze ihn Wort für Wort in die eigene Muttersprache. Am besten notiert man sich die Übersetzung unter dem jeweiligen Wort. Auf diese Weise versteht man nicht nur die einzelnen Vokabeln, sondern auch den Satzbau und hat bereits erste Erfolgserlebnisse.
  2. Aktiv hören: Höre den Text aktiv an, während Du deine Wort-für-Wort-Übersetzung mitliest und Dir das Gelesene bildlich vorstellst. Wichtiger als sich die Schreibweise der Wörter einzuprägen ist es bei diesem Schritt, sich auf die Zielsprache zu konzentrieren und etwa auf die Aussprache zu achten.
  3. Passiv hören: Spiele den Text im Hintergrund ab, das heißt, ohne bewusst auf den Inhalt zu achten. Wie Kinder, die ständig von ihrer Muttersprache umgeben sind, bauen sich im Gehirn die Nervenbahnen auf, die wir brauchen, um die Sprache schließlich selbst zu sprechen.
  4. In der Fremdsprache sprechen, lesen oder schreiben: Ist man mit den Worten und ihrem Klang vertraut, kann man die Sprache aktiv anwenden – im Chor singen, E-Mails schreiben oder im Urlaub mit Einheimischen sprechen.

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Quellen:

¹ Lewis: Fließend in drei Monaten. Wie Sie in kürzester Zeit jede Sprache erlernen, München: MVG Verlag, 2015.

² vera-birkenbiehl.de: Die Birkenbiehl-Methode, aufgerufen am 22.09.2022.

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